GIPFELBLICKE AUF EUROPA
Letzte Aktualisierung: 25.11.2016
                    © Erich Arndt
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Die höchsten natürlichen Erhebungen in den europäischen Ländern FINNLAND
Geografie: Der   Haltitunturi    ist   ein   Fjell   in   Norwegen   und   Finnland.   Mit   einer   Höhe   von   1.324 Metern   ist   er   der   höchste   natürliche   Punkt   Finnlands.   Der   Halti   liegt   im   äußersten Nordwesten des Landes in der Provinz Lappland, an der Grenze zu Norwegen. Unsere Aufstiegsroute: Der   kürzeste Aufstieg   erfolgt   von   der   norwegischen   Seite   aus.   Vom   Ort   Birtavarre (Kåfjord)     führt    der    Weg    über    eine    27    km    lange    Piste    nach     Hourtnáš     am   Guolasjávri-See.    Dort    beginnt    die    Wanderung    über    Grasrücken,    ausgedehnte Geröll- und Blockfelder und z. T. auch über Altschneefelder zum Halti. Unsere Abstiegsroute: Wie Aufstieg. Anstrengung: Mittelschwere    Bergwanderung    (T3).    Hin-    und    Rückweg    ca.    12    km    durch unwegsames Gelände, Orientierungsvermögen erforderlich. Ausrüstung: Trittsichere Schuhe, Wanderausrüstung, Wetterschutzkleidung, GPS-Gerät. Gefahren: Verletzungsgefahr    im    unwegsamen    Blockgelände,    Orientierungsprobleme    bei schlechter Sicht. Bemerkungen: Der   höchste   Punkt   Finnlands    befindet   sich   im   nordwestlichen   Zipfel   des   Landes   an der   Grenze   zu   Norwegen.   Der   Grenzstein   303B    markiert   die   1.323,6   m    hohe   Stelle auf    der    Erhebung    Halti.     Der    Grenzstein    selbst    ist    etwa    2    m    hoch    und vorsichtshalber“       gelb      angestrichen.      Die      anderswo      üblichen      kleinen, steinfarbigen “ Exemplare wären hier allerdings auch schwer zu erkennen.
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Im Reisetagebuch geblättert (Sonnabend, 11.07.2015)                                                                                                 Zum höchsten Punkt Finnlands führt ein steiniger Weg
       Haltitunturi 1.324 m
Blick zum Haltitunturi Finnlands höchster Punkt ist der Grenzstein 303B Auf dem Weg zum Haltitunturi 27 km Schotterstraße sind kein Vergnügen Auf geht‘s Am Renntierzaun beginnt die Wanderung Noch zeigt die Natur ihre Schönheit Blümchen werden durch Flechten abgelöst Oberhalb des Guolasjávri-Sees beginnt die Steinwüste Wege oder Pfade gibt es hier nicht mehr Brigitte in Ihrem „Lieblingsgelände“ Die Orientierung in der Mondlandschaft gibt das GPS Auf dem 69. Breitengrad im Juli Die Altschneefelder lassen sich gut begehen Die Spur ist ein Wegweiser für den Rückweg Abstieg mit Hackeneinsatz Blick über die Halti-Hochfläche
Narvik   schläft   unter   der   Mitternachtssonne,   als   Brigitte   und   ich   um 5:00    Uhr    aufstehen    und    bald    darauf    aufbrechen.    Nach    wenigen Minuten   sind   die   noch   leeren   Straßen   der   Küstenstadt   verlassen   und die   E6   erreicht.   Auf   der   Fahrt   nach   Norden   gibt   es   zwei   Gefahren, auf    die    geachtet    werden    muss:    Elche    und    Blitzer.    In    Kafjord verlasse   ich   die   E6   und   fahre   zum   Dorf   Birtavarre.   Gegen   9:30   Uhr ist      der      Campingplatz      erreicht.      Nachdem      wir      uns      eine Schlafgelegenheit   in   einer   Ferienhütte   reserviert   haben,   wird   gegen 10:00    Uhr    der    Ort    in    Richtung    Guolasjávri-See    verlassen.    Die 27 km    lange,    unbefestigte    Schotterstraße    windet    sich    in    vielen Kehren    zum    Talende    hinauf.    An    zwei    Stellen    müssen    Schafe umkurvt        werden,        die        mitten        auf        dem        Weg        ihr Verdauungsnickerchen    machen.    Nach    halber    Strecke    werden    die Schlaglöcher   tiefer   und   die   Pfützen   nehmen   zu. Verrohrte   Bachläufe werden überquert. Die   Ankunft   am    See     ist   nach   45   Minuten   unbeschadet   geschafft. Ebenso     erfreulich     ist,     dass     es     keine     Mücken     gibt,     die     uns attackieren.   Das   Ziel   des   Tages   ist   der   höchste   Punkt   Finnlands,   der sich     in    Lappland    an    der    Grenze    zu    Norwegen    befindet.    Der Grenzstein    303 B     markiert    die    1.323,6 m     hohe    Stelle    auf    der Erhebung des Haltitunturi. Um   11:00   Uhr   beginnt   die   Wanderung.   Ein   Rentierzaun   wird   durch ein   Tor   passiert,   dann   geht   es   über   welliges   Wiesengelände   bergan. Nach   dem   Grasrücken   schließen   sich   Geröll-   und   Blockfelder   an   die     Steinwüste “     beginnt.     Ein     unendliches     Gesteinwirrwarr bestimmt   hier   die   Landschaft.   Brigitte   liebt   dieses   Gelände   nicht, was    man    ihr    auch    ansehen    kann.   Arndts    folgen    einem    weiteren
Rentierzaun    in    südliche    Richtung,    übersteigen    ihn,    und    staksen über      unzählige      Blöcke      in      der      Mondlandschaft “      voran. Orientierungen,    wie    Steinmännchen “    oder    Trittspuren    gibt    es nicht.    Nur    mein    GPS    zeigt    die    Richtung    zum    Ziel    an.    Es    ist deprimierend,      fast      orientierungslos      über      ein      Meer      von Wackelsteinen   ein   Ziel   anzustreben,   das   man   nicht   sieht.   Der   Blick schweift     über     die     nordische     Landschaft,     in     der     es     keine spektakulären   hohen   Berggipfel   gibt,   dafür   aber   ganz   viel   Weite “. Plötzlich   sind   in   der   sonst   menschenleeren   Landschaft   Stimmen   zu hören.   Ich   erblicke   die   Wanderer,   gehe   auf   sie   zu   und   spreche   sie an.   Auch   sie   wollen   auf   den   Halti.   Die   Sachsen   gehen   mit   ihnen zusammen    weiter,    stapfen,    wie    gehabt,    über    Steine    und    über Altschneefelder,    die    mit    ihrer    harten    Oberfläche    ein    zügigeres Vorankommen      erlauben      als      das      unwegsame      Geröll-      und Blockgelände.   An   einigen   Stellen   breche   ich   jedoch   bis   zu   den Knien   in   den   Schnee   ein.   Nach   dreieinhalb   Stunden   und   6 km   Weg kommen   Steinpyramiden   und   eine   vorsorglich   gelb   markierte,   etwa 2 m   hohe,   Steinsäule   in   Sicht.   Das   ist   der   Grenzstein   Nr.   303 B.   In einigen   Metern   Entfernung   ist   auf   einem   Stahlrohr   die   Blechbüchse mit   dem   Gipfelbuch   montiert.   Die   Sachsen   tragen   sich   unter   den laufenden   Nummern   118973   und   118974   in   das   Buch   ein.   Der finnische      Grenzstein      ist      der      nördlichste      Landeshöhepunkt überhaupt.   Die   reichlich   69°   Nord   werden   selbst   vom   höchsten Gipfel   Grönlands   in   der   geografischen   Breite   nicht   getoppt.   Nicht vorstellbar,   dass   in   dieser   Einsamkeit   schon   so   viele   Menschen gewesen sind.
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